Karte # 7: Köln um 1300. Mit und ohne Bier

Ecce Colonia.

 

  • Das Setup

Im vorigen Beitrag hat Niklas das Brauerhandwerk gelernt und zog über mehrere Stationen nach Bitburg. Dort erlangte er Bürgerrechte. Mit all diesen Erfahrungen erfüllt er sich nun seinen Traum, sich in Köln als Brauer nieder zu lassen. Von den Erlebnissen in Köln und danach handelt dieser Beitrag, quasi als Fortsetzung des Beitrags von letzter Woche.

  • Die Geschichte

Niklas findet schnell ein Haus für seine Braustube. In Köln werden meist Kräuterbiere gebraut. Auch besondere Spezialitäten wie Honigbiere. Hopfenbiere sind unbekannt. Also läßt sich Niklas den Hopfen aus der Gegend von Bitburg (siehe Teil 1) kommen. Als nächstes will er Albertus Magnus besuchen, der ist aber schon zwei Jahre zuvor gestorben. Mit Bierspenden erkauft sich Niklas die Erlaubnis, den Kräutergarten von Albertus Magnus pflegen zu dürfen. Dort experimentiert er mit Hopfenpfanzen. Die Ergebnisse kann er dann in Holsthum umsetzen.

Er freundet sich mit dem Buchhändler Rosenzweig an, dessen Söhne in seiner Brauerei aushelfen. Bei einer Feuersbrunst im Judenviertel sterben Herr und Frau Rosenzweig. Niklas nimmt sich der beiden Söhne an.

Auf seiten der Kölner Bürger nimmt Niklas – gemeinsam mit den anderen Brauern der Stadt – an der Schlacht von Worringen teil, am 5. Juni 1288.

Bereits im Jahr zuvor starb ein Papst – Honorius IV. Das folgende Konklave war eines der längsten der Geschichte. Nach fast einem Jahr wurde ein Franziskanermönch gewählt, Nikolaus IV. Der neue Papst weiß ein gutes Bier zu schätzen. Der Kölner Erzbischof (Siegfried von Westerburg) hat von dieser Vorliebe erfahren. Um sich mit dem Papst zukünftig gut zu stellen, möchte Siegfried ihm das beste Bier Kölns schicken. Er entscheidet sich für Niklas‘ Bier. Der Papst ist so begeistert, dass er Niklas einlädt, im Vatikan zu brauen. Niklas lehnt ab, sendet jedoch regelmäßig Bier nach Rom. Im Sommer 1291 bekommt der Papst Durchfall. Niklas wird beschuldigt, schlechtes Bier geliefert zu haben. In einem Prozess vor einem Schöffengericht der Stadt wird er von diesem Vorwurf freigesprochen. Man entscheidet, dass das Bier auf der sechswöchigen Reise im Sommer unterwegs verdorben ist.

Im April 1292 stirbt Papst Nikolaus IV. Bier hat damit nichts zu tun.

Der erste Weihwasserautomat wird erfunden. Nach dessen Vorbild lässt sich Niklas einen Bierautomaten anfertigen. Schnell entsteht der Vorwurf, dass der Automat Trunkenheit fördere und auch den Verkauf von Alkohol an  Kinder zulassen würde. Also wird der Automat wieder abgeschafft.

Niklas hat sich nun unter den Kölner Brauern etabliert und versorgt die Dombaustelle mit Bier. Die Freundschaft mit dem Dombaumeister nutzt er für Werbezwecke. Er vereinbart, dass er auf dem Altargemälde als Apostel Thomas erscheint. Seinen Konkurrenten Bodo läßt er als Teufel malen. Ein Jahr später – es ist 1307 – geht das Altargemälde in Flammen auf. Bei Bodo gibt es tagelang Freibier.

Niklas‘ Tochter Agnes Maria erkrankt an Blattern. Sie überlebt zwar, ist jedoch teils gelähmt und verbringt den Rest ihres Lebens im Kloster Ebstorf. Niklas besucht sie mehrmals, und eines Tages reist er weiter nach Lübeck.

  • Pause

Zur Pause gibt es heute einen malzig schmeckenden irischen Whiskey aus Niklas‘ nun folgender Reise.

  • Weiter

In Lübeck, der Hauptstadt der Hanse, lernt Niklas, wie Malz aus verschiedenen Getreidesorten verschnitten wird. In Lübeck gibt es wiederum nur Kräuterbiere. Die Konkurrenz aus England ist groß, denn dort wurde ein Hopfenbier – das Ale – erfunden und wird exportiert. Niklas erhält die Erlaubnis, seine haltbaren Hopfenbiere im Namen der Hanse zu verkaufen und macht Geschäfte mit Händlern in Brügge und Antwerpen.

Nun betreibt Niklas für einige Jahre gute Geschäfte, die ihn zu einem reichen Mann machen. Im Frühjahr 1310 bricht er nach London auf, um sich mit dem dortigen Bier zu befassen und neue Geschäftsmöglichkeiten zu erkunden. Er lernt dort auch den wichtigsten Konkurrenten des Bieres kennen. Engländer destillieren aus so ziemlich allem Schnäpse. Auch aus Malz. Deswegen ist das uishe beatha, für Niklas besonders interessant.

Im Herbst 1310 fährt er zurück nach Köln. Ihm kommen beunruhigende Nachrichten entgegen, die zur traurigen Gewissheit werden: Während seiner Abwesenheit zogen Kölner Bürger brandschatzend durch das Judenviertel. Auch Niklas‘ Brauerei wurde zerstört. Der Mob ermordete die jüdischen Brauerjungen. Die Stadt Köln geht unangenehm schnell zur Tagesordnung über.

Niklas ist ein gebrochener Mann. Er zieht ins Kloster Urbrach, wo er sein Leben auf Papier – auch so eine neue Erfindung – niederschreibt und 1326 stirbt.

Dem Buch angehängt ist ein langer Epilog. Der Autor beschreibt dort den historischen Rahmen des Romans, und er wird so zu einem Nachschlagewerk.

  • Gedanken

Es ist weniger ein historischer Roman als ein Wissenschaftsroman. Die Handlung dreht sich um technischen Fortschritt. Die Produktionsmethoden von Bier werden immer weiter rationalisiert, das Bier geschmacklich verfeinert und haltbarer. Der Autor versteht es, seinen Helden an allen wichtigen Entwicklungen der Zeit teilhaben zu lassen. Der Leser nimmt an mehreren Revolutionen teil: Der Erfindung de Hopfenbieres, der Haltbarmachung des Hopfens, der Erfindung des Kühlschiffchens. Und auch wichtige gesellschaftliche und politische Ereignisse werden in die Handlung eingebunden, von der Entstehung eines Festes zu Beginn der Fastenzeit bis hin zu Kaiserkrönungen, wenn ein Tross mal kurz auf ein paar Fässer Bier vorbeischaut.

Das alles geschieht unspektakulär und wie zufällig. Daraus zieht der Roman seine Spannung. Der Aufbau des Buches, erst die Technik des Bierbrauens, danach die gesellschaftlichen Entwicklungen der Epoche einzubinden, sind für den Leser plausibel. Das Erscheinen des bösen Inquisitors erscheint jedoch aufgesetzt, und auch die Familiengeschichte ist für die Handlung nicht wichtig. Aber gerade das macht den Roman erfrischend anders.

Hier nochmal die Umgebungskarte.

Die Schlacht von Worringen

Siegfried von Westerburg

und nochwas zur Industriellen revolution des Mittelalters

Karten # 5 & # 6: Weihenstephan und Bitburg im Mittelalter: Hopfenbier und andere Revolutionen

In einigen der letzten Bücher spielte Wein eine Rolle. Zeit für ein wenig Abwechslung. Und natürlich habe ich den Text dazu: Der Bierzauberer von Günther Thömmes aus dem Jahr 2008 mit 374 Seiten.

  • Das Setup

Niklas wurde im Jahre 1248 in Franken geboren, als Sohn eines unfreien Bauern. Er hilft seiner Mutter gerne im Haushalt beim Bierbrauen, einer sehr schweren Arbeit. Eines Tages begegnet er einem Mann, der seinen Jungen im nahe gelegenen Kloster Urbrach abgeben möchte. Niklas schnappt die beiläufige Bemerkung auf, dass dort gutes Bier gebraut wird. Ab diesem Tag nervt er seinen Vater, dass er auch ins Kloster möchte. Mit 14 Jahren kommt er schließlich ebenfalls nach Urbrach. Damit beginnt seine Karriere als der beste Bierbrauer seiner Zeit.

Die Landkarte dazu. Die Reihenfolge der Stationen in der Geschichte ist blau-rot-grün.

  • Die Geschichte in den Klöstern

Niklas lernt zunächst viel über Getreide, er studiert Techniken des Brauens großer Mengen. Immerhin müssen viele Mönche das ganze Jahr über mit Bier versorgt werden. Die Biere sind Kräuterbiere. Je nach Zweck werden unterschiedliche Kräuter beigemischt, so dass ein Bier bekömmlich, durstlöschend oder heilend ist. Jedes Frühjahr gibt es dann das immer gleiche Problem: Die Kühlung des Bieres wird immer schwieriger. Bis dann – O Schreck – das Bier verdirbt. Eines Tages verkauft ein Händler dem Kloster etwas Hopphakraut. Das damit testweise gebraute Bier schmeckt bitterer als die Kräuterbiere, ist jedoch länger haltbar. Es entsteht ein Streit unter den Brüdern, am Ende setzt sich das Hoppha-Bier durch.

Der Klosterbraumeister verunglückt tödlich. Er stürzt kopfüber in den Bottich mit heißer Maische. Niklas, dem der Unfall von einigen Brüdern angelastet wird, verläßt das Kloster und zieht nach Weihenstephan. Dort wird seit Jahrhunderten mit Hopfen gebraut. Neues Problem: Der gelagerte Hopfen verliert schnell an Geschmack. Niklas gelingt es nach vielen Experimenten, Hopfen haltbarer zu machen. Das größte Problem besteht aber darin, die Maische abzukühlen. Das sollte stets so schnell wie möglich geschehen. Niklas erfindet das Kühlschiff. Das ist ein breiter, jedoch nur eine handbreit tiefer Behälter. Da hinein wird der Inhalt des Maischekessels gekippt. So kühlt die Maische schnell ab, und der Gärungsprozess kann zum optimalen Zeitpunkt beginnen.

1270 wird Weihenstephan von einem schweren Erdbeben weitgehend zerstört. Niklas zieht daraufhin nach St. Gallen weiter. Die Klosterbrauerei ist ein Großbetrieb mit drei Produktionsstätten, der täglich über 2000 Krüge verschiedener Qualitäten produziert. Für jeden Arbeitsschritt gibt es eigene Eisenkessel, Niklas lernt den Umgang mit Pech zur Abdichtung der Fässer. Später übernimmt er eine der drei Produktionsstätten, und zwar die des schrulligen Mönches Reginald. Niklas findet heimlich heraus, dass Reginald seine Kammer zur Giftmischerei umgebaut hat. Tatsächlich sterben ab im Kloster – es ist 1273 – immer mal wieder Menschen an Vergiftungen.

Reginald droht Niklas offen, ihn an die Inquisition zu verraten, worauf Niklas den Abt um Entlassung bittet. Auf der Heimreise findet er ganze Landstriche, auch sein Heimatdorf, von der Pest verwüstet. Heimatlos geworden, zieht er nach Regensburg, übernimmt eine Klosterschänke und heiratet Maria, die Tochter eines Handelskaufmannes.

  • Pause

Es gibt „Braces“. Einer der Klosterbrüder, ein Bäcker, sah seine Mitbrüder, wie sie mit verschränkten Armen auf Bier warteten. Diese verschränkten Arme inspirierten ihn zu einem Backwerk, das noch heute gerne zu Bier gereicht wird.

  • Weiter mit der Geschichte als Bürger

Die Klosterschänke in Regensburg floriert. Niklas ist jedoch noch immer im Stande eines Unfreien und möchte das ändern. Eines Tages besucht Albertus Magnus seine Braustube und erzählt vom Kölner Biersteuerstreit, den er – Albertus Magnus – zwischen dem Bischof und den Kölner Bürgern geschlichtet hat. Außerdem meint er, dass Niklas in Köln gute Chancen hätte, ein reicher Mann zu werden. Um sich auf die Tücken eines Leben als Freier Mann vorzubereiten, zieht Niklas jedoch zunächst nach Bitburg in die Eifel. Er läßt sich vom Rat der Stadt die Bürgerrechte vegeben. Er baut sich eine Brauerei und eröffnet mehrere Braustuben. In Holsthum gewinnt Niklas einen Hopfenbauern als Lieferanten. Das Geschäft floriert. Vor allen Dingen muss er schmerzhaft lernen, dass er nun Abgaben und Steuern zu entrichten hat. Es gibt Getreidesteuer für den Einkauf von Getreide, Büttensteuer für jedes verkaufte Fass, Biersteuer für den Ausschank und Malzsteuer für das Mälzen. Der Einfachheit halber sitzt Niklas im Sommer einmal im Schuldturm.

In Bitburg hat er außerdem einen Konkurrenten, Peter de Foro, der ordentlich Stimmung gegen ihn und sein Bier macht. Entnervt verkauft Niklas schließlich seine Brauerei für viel Geld an seinen Konkurrenten. Mit diesem Geld und seiner Familie macht sich Niklas nun auf nach Köln.

Diese Geschichte – und was sonst noch passiert – folgt nächste Woche. Hier noch die Orte der Handlung in Bitburg

Bitburg

Hopfenanbau in der Eifel

Die sehr gute Website der Brauerei Weihenstephan

Und noch was zu den Braces

Karte # 2: Humoristisches die Mosel runter bis Koblenz und zurück

Der letzte Text war trist und schwermütig. Deswegen ist es Zeit für was witziges: Heinrich Spoerls „Wenn wir alle Englein wären“ habe ich in einer Ausgabe aus dem Jahr 1950. Es ist neben der Feuerzangenbowle Spoerls bekanntestes Werk. Die Geschichte spielt zwischen einem 22. Mai und dem folgenden 30. Juni. Wobei am 24. Mai Himmelfahrt war. Die Hauptfigur Christian Kempenich wurde 1882 geboren. Ein Blick in den ewigen Kalender sagt, dass diese Konstellation auf das Jahr 1906 paßt.

  • Das Setup

Christian Kempenich, ist Kanzleivorsteher im Bürgermeisteramt des fiktiven Ortes Weinheim an der Mosel. Seine Kusine in Köln bekam Zwillinge. Anläßlich deren Taufe fährt er nach Köln. Seine Frau Hedwig bleibt zuhause.

Die Veranstaltung in Köln dauert mit allem drum und dran 3 Tage. Am Himmelfahrtstag gegen 19 Uhr wird Herr Kempenich in eine Droschke gesetzt, die ihn zum Bahnhof bringen soll. Auf dem Weg fällt ihm die Hohe Straße auf, und er erinnert sich daran, dass seine Kegelbrüder viel davon erzählt haben. Er nutzt die Gelegenheit, um durch die Kneipen zu bummeln. An diesem Himmelfahrtstag entscheidet sich Hedwig, einen kleinen Ausflug per Schiff zu machen. Zufällig steigt der Gesangslehrer Fanetti, bei dem Hedwig Gesangsstunden nimmt, in das gleiche Ausflugsschiff.

  • Die Geschichte

Herr Kempenich ist von seinen „sittengeschichtlichen Studien“ enttäuscht. Ungezogene Damen setzten sich ungefragt an seinen Tisch, ein Komödiant erzählt Witze, die schlechter sind als die der Kegelbrüder. Und schließlich landet er in dem Hotel Monbijou, ohne sich an weiteres zu erinnern.

Das Ausflugsschiff mit Frau Kempenich und Fanetti an Bord kommt mit Verspätung in Koblenz an. Nun fährt kein Dampfer mehr zurück. Frau Kempenich hat sich nun ihres Gesangslehrers zu erwehren. Der hat ein „zweispänniges Gemach“ bestellt. An der Zimmertür ergreift sie die Flucht und geht zum Bahnhof. Der nächste Zug fährt auch erst am nächsten Morgen. Also übernachtet sie im Wartesaal.

Am nächsten Tag begegnen sich Herr und Frau Kempenich wieder zuhause. Herr Kempenich denkt, seine Frau wäre zuhause gewesen, hat ein schlechtes Gewissen und möchte seine Eskapade vor ihr verheimlichen. Frau Kempenich ist der Meinung, ihr Mann habe bei Verwandten geschlafen, und sie möchte ihren Ausflug samt Übernachtung verheimlichen. Außerdem storniert sie ihre Gesangsstunden. Fanetti möchte sich bei Frau Kempenich wieder beliebt machen (immerhin fehlt ihm das Honorar) und schenkt ihr Alfons, einen Dackelwelpen.

Eines Tages treffen zwei Briefe der Polizei ein, in denen Herr und Frau Kempenich des „Hoteldiebstahls“ beschuldigt werden. Bettwäsche ist aus dem Hotel Monbijou verschwunden, in dem laut Meldezettel Herr Kempenich mit Frau nächtigte. Beide verschweigen die Briefe voreinander. Sie stehen sich dann doch auf der Polizeistation gegenüber. Beide versuchen, den jeweils anderen aus dem Raum zu komplimentieren, damit sie vor der Polizei nicht lügen müssen.

Dann gehen sie heim. Dort ist Tante Selma. Sie redet Frau Kempenich ein, dass sie sich scheiden lassen solle, und sagt Herrn Kempenich, dass seine Frau diesen Entschluss bereits gefasst habe.

Kempenich engagiert Fanetti für 90 Mark. Dafür soll er nun Frau Kempenich erzählen, dass er unter dem Namen Kempenich in dem Kölner Hotel abgestiegen sei. In Hedwigs Gegenwart beschimpft er Fanetti dafür, dass der sich auf den Namen Kempenich eine Vergnügungsreise gegönnt hat. Frau Kempenich bezichtigt nun beide der Lüge, was keiner der beiden Herren versteht.

Tage später findet bei Frau Kempenich ein Kaffeekränzchen statt. Zwei Polizisten klingeln und nehmen eine Hausdurchsuchung vor. Sie finden eine Quittung des Hotels Monbijou, da Herr Kempenich inzwischen 100 Mark als Schadenersatz gezahlt hat. Schlecht für ihn. Aber auch Frau Kempenich hat kein Alibi für die fragliche Nacht. Stotternd gesteht sie, dass sie in Koblenz war und dort übernachten mußte. Sie kann aber den Namen des Hotels nicht nennen.

Kempenich wird bis zur endgültigen Klärung vom Bürodienst suspendiert. Eines Tages wandert er durch die Weinberge und anschließend kauft er sich 6 Hemden, läßt sich seinen Schnurrbart rasieren, bringt seiner Frau Blumen mit und versöhnt sich mit ihr. Tage später findet gegen beide eine Verhandlung im Schöffengericht statt. Zur Vorbereitung geht er zu einem Anwalt. Dort wird entschieden, alle Hotelportiers aus Koblenz vorzuladen, da irgend einer ja Frau Kempenich gesehen haben muss.

Der Zug mit den Portiers fährt von Koblenz über Zell, Zeltingen, Brauneberg nach Weinheim. Auf jedem Bahnhof kaufen sie sich eine Flasche Wein. Gerade noch rechtzeitig kommen die – mittlerweile betrunkenen – Portiers an. Einer erkennt Frau Kempenich wieder, die er im Hotel mit ihrem Mann gesehen hat. Die Kempenichs werden freigesprochen, da sie offensichtlich in Köln waren. Nur Herr Kempenich ist unzufrieden, da er nicht weiß, wer der Mann war, den der Portier für ihn hielt. Der Portier plaudert weiter und wirft Herrn Kempenich vor, dass er nach einem Streit seine Frau einfach davon laufen ließ. Damit ist auch Herr Kempenich zufrieden.

Und alles ist gut.

  • Bemerkungen

Die Geschichte ist witzig zu lesen und lebt von der Komik der Handlung, die an eine der üblichen Verwechslungskomödien erinnert. Aber auch Spoerls Schreibe ist voller Sprachwitz und Schlagfertigkeit, was den Text lebendig macht. Der Leser kennt die Verwicklungen von Anfang an. Der Leser erlebt mit, wie sich die beiden Hauptpersonen immer stärker verwirren, je mehr sie ihre Erlebnisse vertuschen wollen. Ist aber lustig. Vorausgesetzt, man kann damit leben, dass der Wäschediebstahl nicht aufgeklärt wird.

Die im Buch genannten Weine exisitieren wirklich und gehören heute zu den besten Rieslingen weltweit. Zum Wohl.

http://www.brauneberger-juffer.com/home.htm

http://de.wikipedia.org/wiki/Schwarze_Katz

http://www.riesling.de/de/lage/zeltinger-himmelreich/53_210.html