Karte # 30 a und b: Paris 1984 – „Die Taube“ von Patrick Süskind

Die Erzählung „Die Taube“ von Patrick Süskind erschien 1987. Ich habe die Erstauflage von Diogenes mit 100 Seiten.

Jonathan Noel ist Wachmann einer Bank in Paris, in der Rue de Sèvres. Er ist über 50, macht den Job seit 30 Jahren, bekommt 3.200 Francs im Monat. Er hasst nichts mehr, als Aufmerksamkeit zu erregen. Sein Leben verläuft ereignislos, sein Alltag bewegt sich immer in den gleichen Bahnen.

  • Der tägliche Weg

Er wohnt in einem Zimmer in der Rue du Planche. Er legt den Weg zwischen Zimmer und Arbeitsplatz zu Fuß zurück. Er geht immer den gleichen Weg nach Hause. Von der Bank an der Rue de Sèvres aus nach rechts in die Rue Du Bac und von dort in die Rue du Planche.

Eine Ausnahme gab es, und zwar in einem Herbst in den 60er Jahren. Das kam so: Einmal im Monat geht er zum Postamt in die Rue Dupois. Er zahlt dort seine Stromrechnung. Damals musste Jonathan auf dem Weg zur Post mit ansehen, wie ein Clochard auf der Straße sein Geschäft verrichtete. Angeekelt kann er nicht an ihm vorbei gehen und nimmt daher einen Umweg nach Hause, über die Rue du Cherche Midi und den Boulevard Raspail. Die Karte zeigt, dass sich Jonathans Leben in einem Umkreis von 300 Metern abspielte.

Taube
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  • Der Vormittag

Den immer gleichen Weg nimmt Noel auch am Tag der Geschichte, einem Freitag im August 1984. Dieser Tag verläuft dann jedoch völlig anders als alle anderen Tage zuvor. Wegen der Taube. Die sass nämlich im Treppenhaus und hatte die Fliesen verunreinigt. Er steigert sich gedanklich in Fantasien hinein, in denen die Taube völlige Anarchie in dem Haus ausbrechen ließe. In der Hitze dieser Fantasien packt er seinen Hausstand zusammen und geht mit Koffer und Winterklamotten zur Arbeit.

Den ganzen Vormittag über ist Jonathan unruhig. Seine Bewegungsabläufe verändern sich (sitzen – aufstehen – 7 Schritte nach links – 7 Schritte nach rechts – das passiert in einer anderen Reihenfolge). Dann muss der Fahrer des Direktors hupen, damit Jonathan ihn bemerkt und das Rolltor öffnet. Das ist peinlich und noch nie passiert.

  • Erledigungen in der Mittagspause

Was ein Glück ist irgendwann Mittagspause. Jonathan nutzt die Zeit, um sich in der Rue Saint-Placide in einem Hotel ein Zimmer zu mieten (50 Francs die Nacht). Im Kaufhaus Bon Marché kauft er sich dann eine Rosinenschnecke und eine Tüte Milch, setzt sich auf eine Parkbank im Square Boucicaut und vespert. Auf dem Rückweg zur Bank fällt ihm ein, dass er den Milchbeutel nicht in einen Papierkorb geworfen hat. Er geht zurück und holt das nach. Dabei reißt ihm die Hosennaht. Also geht er zur Schneiderin in Kaufhaus. Die hat aber so viele Aufträge, dass die erst in 3 Wochen Zeit für Jonathans Hose hat. Jonathan kauft sich eine Rolle Tesafilm und sitzt sehr unbequem den Rest des Nachmittags auf seinem Platz.

  • Der Nachmittag

Nun kann er sich nicht mehr bewegen, was er zunächst als unangenehm empfindet. Völlig durchgeschwitzt gibt er sich wieder Untergangsphantasien hin. Er will die frechen Kellner im Café gegenüber verprügeln. Er will auf die schmutzigen und lauten Autos in der Rue de Sèvres schießen (als Wachmann trägt er eine Waffe). Er bekommt einen solchen Hass auf alles und jeden, dass er wild m sich schießen will. Die Vorstellung, diese Macht zu haben, versteinert ihn. Dann wird ihm klar, dass er dazu gar nicht fähig wäre. Er ist ein Dulder, kein Täter.

Solchen Gedanken nachhängend verbringt er den Nachmittag. Irgendwann kommt wieder das Auto des Direktors. Er bemerkt es rechtzeitig und – als löste das Hören des Motors alle weiteren Bewegungen in ihm aus – öffnet er das Rolltor. Er hält sich nun für eine „Marionettenmaschine“.

  • Ein großer Spaziergang am Abend


Wieder hat er Glück: Es ist Feierabend. Doch Jonathan geht nicht nach Hause. Er durchwandert Paris: Rue de Sevres – Rue de Abbé Grégoire – Rue de Vaugirard. Von dort in den Jardin du Luxembourg, den er dreimal umrundet (außen, wo die Jogger laufen). Weiter über den Boulevard de Montparnasse zum Friedhof von Montparnasse. Dann geht er – die Straßen werden nun nicht mehr genannt – ins 15. Arrondissement, die Seine entlang ins 7. und ins 6. Von dort aus wieder Richtung Jardin du Luxembourg. Es ist 9 Uhr abends, die Rue de Vaugirard ist wenig befahren, er bekommt Hunger. Beim Tunesier in der Rue d’Assas kauft er Ölsardinen, Brot und eine Birne und kehrt ins Hotel zurück. Es sind über 17 Kilometer.

Nachts dann noch ein Gewitter, der nächste Morgen – eine Katze huscht am Kaufhaus vorüber – er geht durch die Pfützen, die der Gewitterregen zurück liess in die Rue du Planche. Die Taube ist weg. Ein Putzlumpen liegt zum Trockenen auf den Kacheln.

So ist das.

  • Bemerkungen

Der Reiz der Geschichte liegt in ihrer Absurdität. Ins Absurde gesteigerte Banalitäten haben etwas Sympathisches, und sie gewinnen ihre eigene Größe. Aber sie ist gar nicht so absurd. Ein ungewöhnliches, doch wenig spektakuläres Ereignis löste eine ganze Kette absurder Gedanken und Reaktionen aus. Die Ereignisse, die ihm widerfahren sind unspektakulär, werden vor dem Hintergrund des noch unspektakuläreren Alltags aber zu etwas Besonderem. Vor meinem geistigen Auge sah ich bei der Lektüre Mr. Bean rumlaufen. Das permanente Spiel, Belangloses und Besonderes immer wieder neu zu interpretieren, machen das Buch aus.

http://de.wikipedia.org/wiki/Schnecke_(Geb%C3%A4ck)
http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96lsardine

Karten # 29a und 29b: Alabama – „Flying Home“ von Ralph Ellison

Flying HomeRalph Ellison gehört zu den unbekannteren amerikanischen Autoren, zumindest bei uns. Er wurde 1914 in Oklahoma City geboren. 1933 zog er nach Tuskagee in Alabama, um Musik zu studieren.  Dort lernte er die Schrecken des Rassismus im „Deep South“ kennen. 3 Jahre später geht er nach New York, studierte Kunst und Literatur, veröffentlichte einen Roman („The Invisible Man“) und mehrere Erzählungen. Seine Protagonisten sind meistens Farbige. Ab 1964 lehrt Ellison an der Yale University. 1994 starb er in New York. Posthum wurden mehrere Erzählungen entdeckt, die 1996 in dem Band „Flying Home and Other Stories“ erstmals veröffentlicht wurden. Die deutsche Übersetzung als Rororo-TB trägt den Titel „Flying Home“ und hat 220 Seiten. Sie ist mit einem ausführlichen editorischen Vorwort des literarischen Nachlassverwalters und Herausgebers John Callaghan versehen. Das Umschlagfoto zeigt ein Portrait des Autors.

  • Die Geographie

Der Leser lernt Alabama gut kennen. Eisenbahnstrecken durchziehen das Land. Vor allem die Linie von Montgomery weiter über Nashville bis nach St. Louis ist eine Lebensader des Landes. Viele Farbige fahren auf den Zügen auf der Suche nach Jobs nach Norden. „Auf“ den Zügen ist wörtlich zu nehmen. Man reist als Tramp, liegt auf den Dächern der Güterwaggons und hofft, von keinen Wachposten oder Polizisten entdeckt zu werden. Da fehlt der Blick für die Landschaft mit den roten Kardinalsvögel in den Feldern. Nur manchmal finden die Protagonisten ein wenig Ruhe, Pfirsichbäume blühen, die Pfirsichernte ist ein großes Ereignis. Es gibt Kirschen und Äpfel, manchmal sitzt man auf staubigen Verandas. Nachts hört man den hellen Ruf einer Wachtel, und im Fluss springen mondsüchtige Fische. Die Geschichten spielen in der Zeit zwischen 1924 und 1945.

  • Alabama

Die erste Geschichte des Buches heißt „Ein Feuerwerk in der Stadt“ („A Party Down At The Square“) und setzt den beeindruckenden Anfangsakkord der Sammlung. Es ist Nacht. Ein Dorf irgendwo in Alabama, an der Straße nach Birmingham. Es sind auch Leute von Phenix City rübergekommen. Deren Autos stehen zwischen den Fuhrwerken. Es regnet, die Tropfen gefrieren auf dem Boden. Man friert. Der Ich-Erzähler: Ein 10-jähriger weißer Junge aus Cincinnati, der hier Urlaub macht. Er wird angesprochen, das Feuerwerk in der Stadt anzusehen.

Es riecht nach Benzin. Ein Mann brennt. Ein lynchender Mob stößt ihn immer wieder ins Feuer zurück. Das Feuer irritiert den Piloten einer TWA-Maschine, die notlandet und ein Stromkabel abreißt. Eine Frau stirbt an einem elektrischen Schlag. Der Lynchmord geht weiter, von dem Jungen im Detail beobachtet. Danach bricht ein dreitägiger Sturm über die Stadt herein. Der Junge, der dem Mordopfer helfen wollte, wird als Weichei verschrien. Das ist ihm egal. Er hat seine Unbefangenheit in dieser Nacht verloren. Die Erzählung ist gerade mal 10 Seiten lang und dabei von einer Intensität und Beklommenheit, die ihresgleichen sucht.

Ralph Ellsion, Flying Home
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StepMap Ralph Ellsion, Flying Home


„Ich weiß nicht einmal ihre Namen“ spielt „auf“ dem Zug von Santa Fe nach St. Louis (untere Karte, blaue Strecke). Der Erzähler lernt ein altes Ehepaar kennen, klettert „in“ den Waggon. Dort führt das Ehepaar mit ihm „normale“ Gespräche über Ziele und Träume. Diese Erfahrung eines alltäglichen Gesprächs mit Weißen macht er zum ersten Mal in seinem Leben. Von St. Louis aus nimmt er den Zug über Nashville nach Montgomery. In Decatur – der ersten Stadt hinter der Staatsgrenze – wird er verhaftet.

In „Hymies Bulle“ schaffen es ein paar Tramps – auch von Norden kommend – über Decatur hinaus nach Birmingham und bis Montgomery. Einer von ihnen, Hymie, hat unterwegs einen Polizisten im Gerangel ermordet. In Montgomery wird der Zug von Polizisten umstellt, den Tramps gelingt die Flucht.

Schließlich die Titelgeschichte „Flying Home“. Todd ist Ausbildungspilot, stationiert in Tuskegee. Wegen eines Flugfehlers muss er auf dem Land von Mr. Graves notlanden. Graves ist berüchtigt, weil er schonmal Schwarze gelyncht hat. Ein alter farbiger Bauer findet Todd und rettet ihn vor Graves.

  • Andere Geschichten

Zwischen der schweren Kost tun die unterhaltsamen „Buster and Riley“-Geschichten gut. Buster und Riley sind zwei 11 Jahre alte Jungs, die sich die Nachmittage mit einigen Streichen um die Ohren schlagen. Einmal stehlen sie Kirschen, einmal versuchen sie, Küken das Fliegen beizubringen und einmal unterhalten sie sich über ihre nervigen Eltern, einmal wird Riley ertappt, als er durch ein Fenster eine nackte Frau beobachtet.

„Der Junge im Zug“ spielt – nicht nötig, das zu erwähnen – in einem Eisenbahnwaggon, im Jahr 1924, jedoch nicht im „Deep South“. Ein Junge fährt mit seiner Mutter von Oklahoma City nach McAlester, weil sie dort Arbeit bekommen hat (grüne Strecke). Sie eröffnet ihm, dass sein Vater gestorben ist, und dass er sich nun um sein Leben als „Schwarzer“ ohne Hilfe seines Vaters zu kümmern hat.

Es folgen Geschichten in denen schwarze junge Männer ihre ersten Schritte als Erwachsene in einer schwierigen Umgebung machen. In „Da soll noch einer mitkommen“ fahren Tom und Joe nachts um 4 in einem Zug in Chicago ein. Es schneit, Hasen hoppeln durch das Schneegestöber, Straßenlaternen bilden Eiskristalle. Sie sehen einen farbigen Mann nackt durch den Schnee rennen, Schüsse fallen. Sie haben Todesangst und sind erleichtert, als sie erfahren, dass der Mann das Objekt einer Wette zwischen zwei Gangstern war.

In „Der schwarze Ball“ lernt der Erzähler einen weißen Gewerkschafter kennen, den ein Mob fast gelyncht hätte, weil er vor Gericht wahrheitsgemäß zugunsten eines Schwarzen aussagte. Später erlebt er, wie sein 4-jähriger Sohn beim Ballspielen zum ersten Mal mit dem alltäglichen Rassismus konfrontiert wird. Und schließlich wird in New York ein Schwarzer beim Bingo-Spiel betrogen.

  • Bemerkungen

Das Buch ist ein schriftliches Road-Movie auf mehreren Ebenen. Es ist eine Eisenbahnreise durch Amerika. Es ist auch eine Reise durchs das Erwachsenwerden in einer schweren Epoche und eine Reise durch die Geschichte der Schwarzen in Amerika. Ellison lässt seine Figuren sprechen, einige Erzählungen bestehen fast nur aus Dialogen. Er offenbart so die Niederlagen und die Selbstschutzmechanismen seiner Figuren und schafft eine beklemmende, doch nie ausweglose Atmosphäre. Nie fühlt sich eine Figur in ihrer aktuellen Lage vollständig gefangen. Das Reisen im Zug oder in der Zeit öffnet immer wieder Auswege aus der aktuellen Situation. Darüber hinaus vermittelt Ellison Auswege durch die Literatur und die demokratische Identität Amerikas. Absolut lesenswert.

Karte # 28a: Nordengland und 28b: Das Empire 1760: „Longitude“ von Dava Sobel

Heute geht es um ein Buch, das 1995 ein Überraschungs-Bestseller wurde und heute schon ein Klassiker der geographiebezogenen Literatur ist.  Das Buch „Longitude“ von Dava Sobel habe ich als btb-TB mit 230 Seiten (deutscher Titel: „Längengrad“).

  • Das Setup

1707: 5 englische Kriegsschiffe fahren nach Hause. Ein Navigationsfehler lässt sie an den Scilly-Inseln zerschellen. Das lenkt das Augenmerk der Briten auf ein Problem, das es seit Beginn der Seefahrt gibt. Man konnte nicht feststellen, auf welchem Längengrad man sich befand. Händler, Reeder und Kapitäne fordern die Ausschreibung einer Prämie für denjenigen, der eine praktikable, einfache und möglichst genaue Methode findet, den Längengrad auf See zu berechnen. Ein Gesetz wird dafür beschlossen, der „Longitude Act“. Ein Kommission wird gebildet. Der Sieger soll 20000 Pfund erhalten. Es ist das Jahr 1714.

  • Die zwei Methoden

Bis dahin versuchten sich alle führenden Astronomen an der Methode der „Monddistanzen„. Der Mond durchwandert am Himmel die Sternbilder. Mit Hilfe der Abstände zu den Fixsternen konnte näherungsweise – und mit Hilfe eines sehr aufwendigen Verfahrens – die Länge festgestellt werden. Außer tagsüber oder wenn’s bewölkt war. Also nicht immer. Zur Entwicklung der Methode wurde ab 1675 am höchsten Punkt des Greenwich Park die Sternwarte gebaut. Problem: Die Berechnung ist kompliziert, und man braucht für alle wichtigen Orte Sterntabellen, die über Jahre im Voraus berechnet werden müssen.

Dann gab es noch Handwerker und Uhrmacher, die davon träumten, dass man durch den schlichten Vergleich der Uhrzeit auf dem Schiff mit der Uhrzeit des Heimathafens zum Ziel käme. Problem: Uhren gingen nicht genau (15 Minuten Abweichung pro Tag waren normal). An Land. Bei Salzluft auf schwankenden Schiffen noch viel mehr.

Keine der beiden Methoden erzielte einen entscheidenden Durchbruch.

  • Die Geschichte

1693 in Nostell Priory, West Yorkshire:  John Harrison wird geboren. Die Familie zieht bald nach Barrow am Fluss Humber. Auf der anderen Seite des Flusses liegt das Städtchen Hull. Harrison lernt Schreiner, wie sein Vater. Nebenbei baut er hin und wieder ein paar Uhren. Diese sind getischlert, also ganz ohne Metall. Den erste Höhepunkt erlebt Harrison auf dem Gut Brocklesby Park. Er baut eine Turmuhr. Harrison schreinerte die Uhr aus einem bestimmten Tropenholz, das kontinuierlich Fett abgibt. Auf diese Weise spart man es sich, die Teile regelmäßig zu ölen.

Irgendwann hat Harrison von dem Longitude Act erfahren. 1730 reist er nach London, um seine Konstruktionszeichnungen vorzustellen. Er sucht zunächst Halley auf (der mit dem Kometen). Der bringt ihn zu Graham, einem berühmten Uhrmacher. Harrison fährt mit einem zinsfreien Kredit heim.

5 Jahre später kehrt er zu Halley zurück. Im Gepäck eine Uhr, die er „H-1“ genannt hat. Halley stellt fest, dass die Uhr sehr genau geht, und dann geht’s zur Royal Society. Die Gesellschaft schickt Harrison und seine Uhr auf Seefahrt. Es geht nach Lissabon und zurück. Der Test verläuft außerordentlich erfolgreich.

Nun endlich ist es Zeit, die Uhr der Kommission vorzustellen, die über die 20000 Pfund entscheidet. Harrison macht einen entscheidenden Fehler: Er ist ein schlechter Verkäufer seiner Uhr. Ganz der Erfinder, der immer neuen Verbesserungen nachjagt, spricht er mehr über die Schwächen seiner Uhr als über die Stärken.

Harrison erhält also nicht den Preis, aber immerhin 250 Pfund Entwicklungszuschuss, damit er weiter arbeiten kann. Er zieht nach London um, baut die H-2 (Entwicklungszeit 5 Jahre) und später die H-3 (Entwicklungszeit weitere 19 Jahre). Von Zeit zu Zeit holt er sich von der Kommission 500 Pfund ab.

Das größte Problem ist, dass das Metall in den Uhren auf Temperaturen empfindlich reagiert (1 Grad Unterschied macht 15 Minuten Ungenauigkeit aus). Harrison erfindet eine Methode, wie sich die Reaktionen kompensieren. Das von ihm erfundene Objekt ist ein Streifen aus Messingblech und Stahl. Der ist unter dem Namen Bimetallstreifen bis heute im Einsatz. Außerdem entwickelte er einen neuartigen Mechanismus zur Reibungsverminderung. Auch der ist bis heute im Einsatz und heißt Kugellager.

In London lernt Harrison den Uhrmacher John Jeffreys kennen. Er baut auf Harrisons Anweisungen eine Taschenuhr. Diese wird die Grundlage für die kleinere H-4, die im Jahre 1759 fertig gestellt wird. Sie ist Harrisons Meisterwerk.

Jetzt aber betritt der Schurke der Geschichte die Bühne: Reverend Maskelyne ist Astronom und Anhänger der Methode der Monddistanzen, die er auch entwickelt. Er wird von den Astronomen in der Kommission unterstützt, die diese Methode als die überlegene sehen wollen.

Maskelyne fährt 1761 nach St. Helena, um den Venusdurchgang zu beobachten und viele Messungen durchzuführen. Derweil soll die H-4 auf ihre Seetauglichkeit getestet werden. Die Uhr fährt von Portsmouth über Madeira nach Jamaika und zurück. Der Test gelingt. Die Uhr geht über zwei Monate hinweg nur 10 Sekunden falsch. Die Längengrade werden korrekt berechnet. Die Kapitäne sind begeistert. Die H-4 hat alle Anforderungen des Longitude Act erfüllt.

Longitude
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Das Preisgeld bekommt er trotzdem nicht. Maskelyne bringt auf anderen Gebieten gute Meßergebnisse aus Sankt Helena mit. Die Kommission entscheidet, das die H-4 nochmal auf Testreise gehen soll, diesmal nach Barbados. Dort wartet Maskelyne mit dem Auftrag, die Uhr zu prüfen. Doch er wird nervös und macht Rechenfehler. Die aber lastet er der Uhr an. Und schließlich verfügte Maskelyne selbst – mittlerweile Mitglied der Kommission – die Herausgabe aller Uhren an die Kommission. Immerhin bekommt Harrison jetzt das halbe Preisgeld zugewiesen.

Harrison soll als nächstes – ohne die Uhren und ohne Zeichnungen – zwei weitere Uhren bauen. Er baut die H-5. Der befreundete Uhrmacher Kendell baut im Taschenuhrformat eine weitere Uhr, er nennt sie K-1, ein exakter Zwilling der H-4.  James Cook nimmt die K-1 auf seine zweite und später auf seine dritte Reise mit. Cook ist voll des Lobes. Harrison, dem der volle Preis wieder mal vorenthalten wurde, wendet sich direkt an den König George III. Nach einigen Vorführungen der Uhr interveniert der König und Harrison bekommt den Rest des Preisgeldes zugesprochen.

1776 stirbt Harrison 83-jährig in London.

  • Wie es weiterging

In England entsteht ein neuer Industriezweig, der Bau von Schiffschronometern.  1815 gab es in England etwa 5000 dieser Uhren. Maskelyne entscheidet, dass der Bezugsmeridian zur Längengradberechnung durch Greenwich läuft. 1884 bestimmt eine Meridiankonferenz in Washington den Meridian von Greenwich zum Internationalen Nullmeridian. Harrisons Uhren – die im Brocklesby Park und die H-1 – laufen heute noch.

  • Bemerkungen

Es ist eine Geschichte so ganz nach meinem Geschmack. Ein Tischler aus der Provinz löst durch ständiges Forschen das größte Problem des Empires und gewinnt gegen alle Widerstände der honoren Gesellschaft. Die Autorin schafft es, den komplizierten Sachverhalt rund um Mathematik, Ingenieurskunst und Geographie spannend zu erzählen und dabei das Innenleben der Personen nicht außer acht zu lassen. Dieses essayistische Annähern an Sachthemen ist seltene Form der Erzählkunst. Das Buch fällt in die Rubrik: Viel gelernt und Spass gehabt.

http://en.wikipedia.org/wiki/Scilly_naval_disaster_of_1707

http://de.wikipedia.org/wiki/John_Harrison_(Uhrmacher)

Karte # 27: Eine Orientfahrt 1930 – „Unter der Sonne des Südens“ von Fritz Löwe

Heute geht es mal wieder um einen klassischen Reisebericht. Das Buch ist mir zuerst aufgefallen, weil es mir aus der Kiste giftgrün entgegenstrahlte und aufgrund seines Alters a priori interessant erschien. Der Copyright-Vermerk zeigt das Jahr 1930, das Buch hat 127 Seiten, HC im Format DIN A5. Es heißt „Unter der Sonne des Südens – Eine Mittelmeer- und Orientfahrt“. Der Autor heißt Fritz Löwe. Leider steht keine weitere Information über ihn im Buch. Zur gleichen Zeit forschte ein Meteorologe und Glaziologe gleichen Namens. Ich weiß leider nicht, ob die beiden identisch sind.

  • Das Setup

Gesellschaftsreisen auf See finden immer mehr Aufnahme in die Sortimente der Reisebüros und Kontore. So beschreibt der Autor abwechselnd das Leben an Bord und die ereignisreichen Landausflüge, die wohl organisiert sind. Es wird weder gesagt, wann die Reise genau statt fand, nicht einmal die Jahreszeit wird genannt und auch nicht der Name des Schiffes. Es handelt sich also um „irgendeine“ Reise, wie sie in dieser Zeit möglich war.

  • Übers Mittelmeer (Karte rauszoomen)

Die Fahrt beginnt in Neapel, der „ewig jungen Zauberin“, und führt nach Athen. Der erste Landausflug: Man fährt zur Akropolis, am nächsten Tag zum Archäologischen Nationalmuseum, Hadriansbogen, Olympieion, Dionysos-Theater. Dem schließt sich eine Stadtrundfahrt an. Beim Abendessen verplaudert man sich, und so muss ein Auto die Gesellschaft zum Hafen zurück fahren, „dass die Lappen flogen“. Das Schiff fährt weiter nach Konstantinopel mit kurzem Landausflug. Weiter nach Alexandria. Eine kurze Stadtrundfahrt und weiter nach Haifa. Dem Autor fällt die europäische moderne Bauweise der Stadt auf. Die Zuwanderung aus Deutschland hat auch die umliegende Landwirtschaft zur Blüte gebracht. Es beginnt der längste und eindrucksvollste Landausflug, der in mehreren Tagen durchs Heilige Land führt und anschließend weiter bis Ägypten.

  • Das Heilige Land (blaue Knöpfe)

Die Reisegruppe sitzt im Zug und fährt zunächst an der Küste entlang durch fruchtbares Land mit Orangengärten, Viehherden und Palmenhainen. Am Knotenpunkt Ludd zweigt die Bahn nach Jerusalem ab. Mit dem Auto geht es durchs Jaffator bis ins Hotel im arabischen Viertel.

Am nächsten Morgen fährt die Autokolonne am Rahelgrab vorbei nach Bethlehem, das mit 12000 Einwohnern auf zwei durch einen Sattel verbundenen Hügeln liegt. Die Autos halten auf dem großen Platz vor der Geburtskirche, die besichtigt wird. Zurück in Jerusalem stehen weitere Sehenswürdigkeiten an: Die Via Dolorosa, die Grabeskirche, die Klagemauer und die Omar-Moschee, deren Besichtigung ausführlich geschildert wird, einschließlich des Brandopferaltares im Innern.

Am nächsten Tag fährt die Gruppe mit dem Auto durch reiche Öl- und Feigenpflanzungen, später durch Steinwüste, bis nach Jericho und von dort zum Toten Meer. Die Umgebung ist ausgestorben, kein Baum, kein Strauch, kein Vogelgesang, kein Fisch. Es wird geschildert, dass Kaiser Titus Sklaven ins Meer warf, die in Ketten gefesselt waren. Ging nicht (also reinwerfen ging, aber untergehen ging nicht). Die Rückfahrt nach Jerusalem führt bergauf, an Kamelherden und Bergziegen vorbei, von freundlichen Beduinen gegrüßt. Am nächsten Tag setzt man sich in den Zug der ägyptisch-palästinensichen Bahn nach Kairo.

  • Ägypten (gelbe Knöpfe)

Hinter dem Knotenpunkt Ludd führt die Strecke zwischen Wüste und Meer nach El-Aris. Sandfelder und Sandwolken wechseln sich ab (wenn man das denn Abwechslung nennen kann). Die Fenster müssen geschlossen bleiben, damit kein Sand in die Waggons eindringt. Ventilatoren an den Decken der Waggons und ein unerschöpflicher Vorrat an Erfrischungsgetränken machen die Hitze erträglich. Es wird Abend. In grünen Oasen sieht man Lagerfeuer, an denen Beduinen sitzen, während ihre Schafherden an der Tränke sind. Wieder Kamelherden, ab und zu weiden Pferde. Am Suezkanal ist erstmal Endstation. Es wird Nacht. Man setzt nach El-Kantara über, wo es in einem anderen Zug weiter geht. Über Ismailia geht es nach Kairo.

Im Auto geht’s dann ins Heliopolis Palace Hotel. Es ist der erste große Maskenball Kairos mit einigen tausend Gästen. Das Fest – farbenprächtig, temperamentvoll und mehrseitig geschildert – lässt Kairo als eine außergewöhnlich mondäne und luxuriöse Stadt erscheinen.

Die nächsten Tage gehören den Monumenten: Alabastermoschee, Sergius-Kirche, die Königsmumien im ägyptischen Museum. Nächster Tag: Per Nildampfer zum Fellachendorf Bedachen. Auf dem Rücken von Eseln weiter zu den Pyramiden von Sakkara, der Granitstatue Ramses II, zu den Totenfeldern von Memphis, zur Mastaba des Ti, zur Gruft des Apisstiere und wieder per Schiff zurück.

Von der Hotelterrasse beobachtet der Autor das Alltagstreiben in Kairo: Vornehme Menschen führen Affen an der Leine spazieren. Schuhputzer lassen einen einmal ergriffenen Schuh nicht mehr los. Polizisten vertreiben die Schuhputzbengels. Nachts erwachen die Straßen „Charme-Wag“ und „El-Berka“ zum Leben. Hunderte von Bars mit lauter Musik, Kabarett an Kabarett. Musiker aus allen Ländern lärmen, und alle sind von reinem Vergnügungstaumel befallen. Barbiere haben die ganze Nacht geöffnet, In der „Pharmacie“ wird Parfum verkauft, die Bonbon-Buden quillen über, die Konditoreien ebenso. Alles farbenprächtig beschrieben im Kapitel „Die Geishastadt“.

Mit dem Zug fährt man dann über Tanta durch das immer breiter werdende Nildelta, bis man im Hafen von Alexandria wieder das Schiff besteigt. Ein letzter Ball an Bord, Fahrt durch die Straße von Messina, Neapel, Anker rasseln.

  • Bemerkungen

Bei den Landausflügen werden fast ausschließlich die Monumente geschildert und immer wieder betont, dass sie so daliegen, wie seit Jahrhunderten. Es erscheint dem modernen Leser nicht originell. Das ist aber auch vor dem Hintergrund der Zeit zu verstehen. In den 20er-Jahren wurde Reisen erstmals für eine breitere Schicht erschwinglich. So ist das Buch ausdrücklich als Werbung zu verstehen, sich auf eine solche Reise zu begeben. Es wird zwischen den Zeilen gesagt: „Das, was ihr aus Büchern kennt, steht tatsächlich seit Jahrhunderten so da. Fahrt hin und schaut es euch an.“  Dann hätte bestimmt jemand gefragt: „Ist das nicht gefährlich?“

Die Antwort des Buches ist: Auf Reisen fehlt es euch an nichts. Deswegen sind die Exkurse interessant, in denen das Leben an Bord geschildert wird, die organisatorischen Anstrengungen, einen Landausflug perfekt zu organisieren, das Kapitel über den Maschinenraum, die Beschreibungen der Schiffsküche, der Aufgaben des Schiffsarztes, der von modernster Technik profitiert.

„In der Bordfunkstelle“ herrschen Funkpeilung und Radio-Telephonie über die Launen der Naturgewalten. Es werden sogar Nachrichten – von Sport bis zu Börsenkursen – an Bord übermittelt. Und das Unwesen der Hochstapler und Schwindler wird durch schnelle Nachrichtenübermittlung empfindlich gestört.

Insgesamt gesehen ist das Buch eine Rarität und alleine schon deswegen was Besonderes.

http://www.eoas.info/biogs/P002202b.htm

Karte # 25 Nordsee und # 26 Helgoland bis Hamburg: „Under False Colours“ von Richard Woodman

Heute geht es um einen unterhaltsamen und schnell zu lesenden Historischen Roman. „Under False Colours“ von Richard Woodman ist der 10. Band einer Reihe von Romanen rund um Captain Drinkwater. Er erschien 1991. Ich habe die Übersetzung von U. Minge aus 1998 mit 238 Seiten., Titel „Unter falscher Flagge“.

  • Das Setup

1806 errichtet Frankreich die Kontinentalsperre. Auf diese Weise soll zunächst Handel mit England unterbunden werden. Spätere Verschärfungen verbieten jeden Handel mit Waren, die irgend einen Bezug zu England haben. 1807 verbünden sich Frankreich und Russland im Frieden von Tilsit. Russland tritt der Kontinentalsperre bei. Helgoland wird von England besetzt. Es dient als Umschlagplatz für Waren, die trotzdem aufs Festland geschmuggelt werden sollen und als Stützpunkt für jede Menge Geheimoperationen.

Der Roman spielt im Winter 1809 / 1810 und beginnt in London. Die Hauptfigur ist Captain Drinkwater. Er wird von Lord Dungarth protegiert, von dem er auch vertrauliche Aufträge erhält. In diesem Roman kommen dazu:

  • auf englischer Seite: Captain Littlewood auf der „Gallywasp“, Lt. Quilbury auf dem Kanonenboot „Tracker“, Captain Grisham auf der „Ocean“.
  • auf französischer Seite: Mr. Thiebaut und der „Eiserne Marshall“ Davout.
  • auf ökonomischer Seite: Mr. Solomon in London und Herr Liepmann in Hamburg. Sie handeln mit den Waren, die auf den Schiffen transportiert werden.
  • auf mysteriöser Seite: Madame Hortense Santhonax. Sie wurde von Lord Dungarth bei Carteret gerettet und nach Criel gebracht. Danach hat sie sich in den französischen Offizier Santhonax verliebt und die Seiten gewechselt. Drinkwater hat diesen Franzosen im Gefecht erschossen, wovon sie aber nichts weiß.
  • Die Geschichte

Drinkwater bekommt den Auftrag, eine Ladung Stiefel und Mäntel auf den Frachter „Gallywasp“ zu verladen. Das Schiff soll dann nach Riga fahren und die Ladung dort löschen. Gleichzeitig wird auf verschiedenen Kanälen die Information gestreut, dass Russland mit England Handel treibt und so die Kontinentalsperre unterläuft. Sinn des Ganzen: Frankreichs Vertrauen in Russland als Bündnispartner soll untergraben werden.

Die „Gallywasp“ fährt von London ab, muss vor Gravesend einem Ostindienfahrer ausweichen und beobachtet bei Tilbury einen Milan. Dann geht es nach Norden bis Orfordness. Dort vereinigen sie sich mit der „Tracker“. Ab Whitby sollen sie nach Nordosten Richtung Skagen, der nördlichsten Stadt Dänemarks, fahren. Ungünstige Winde und ein heftiger Sturm treiben die „Gallywasp“ nach Helgoland ab, die „Tracker“ geht verloren.

Auf Helgoland wird die Mannschaft zwangsweise einquartiert. Nach einigen Monaten bekommt Drinkwater einen geänderten Auftrag. Die Ostsee ist nun zugefroren. Deswegen soll die „Galliwasp“ bis Hamburg fahren und die Ladung dort verkaufen, das ganze in Begleitung des Frachters „Ocean“ unter Captain Gilham. Wegen der Kontinentalsperre werden die Schiffe mit der amerikanischen Flagge beflaggt.

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  • Das Abenteuer Hamburg

Die Schiffe fahren über Neuwerk, an Cuxhaven, Altenbruch und Otterndorf vorbei bis Brunsbüttel. Ein französischer Offizier, Thiebaut, übernimmt die Kontrolle und befiehlt die Fahrt nach Hamburg. Dort werden Drinkwater und Gilham von Thiebault als Geisel genommen. Thiebaut weiß um den Handel mit England und will weitere Schiffe abwarten, denen er Waffen und Zucker abkaufen kann.

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Im Januar 1810 ändern sich die Verhältnisse in Hamburg. Davout, der „Eiserne Marshall“ übernimmt das Regiment. Er läßt Drinkwater zum Verhör kommen, was zunächst harmlos verläuft. Dann wird Hortense vorgeführt. Sie ist nun die Geliebte Talleyrands, Drinkwater hat Angst, dass sie ihn verraten wird. Die beiden wechseln kein Wort miteinander. Als nächstes müssen Drinkwater und Gilham der Erschießung eines Zuckerschmugglers beiwohnen. Dann geht es weiter in ein Lazarett nach Altona, in dem ein spanischer Arzt arbeitet. Dort treffen sie auf Überlebende der „Tracker“ und beschließen die gemeinsame Flucht.

Der Spanier informiert Liepmann, der die Flucht unterstützt und zwei Fluchtboote stellt. In der fraglichen Nacht fliehen die Jungs der „Tracker“ aus dem Hospital. Drinkwater geht zu Liepmann und in seinem Haus trifft er – Hortense. Drinkwater ist entsetzt, denn er befürchtet immer noch, dass Hortense ihn verraten könnte. Sie aber hat andere Pläne und übereicht Drinkwater Papiere für Lord Dungarth. Drinkwater flieht am nächsten Tag unter Liepmanns Schutz. Am Ufer trifft er auf den spanischen Arzt und Lt. Quilhampton. Der Arzt musste Quilhampton kurz zuvor wundbrandbedingt einen Armstumpf weiter verkürzen. Sie nehmen sich eines von Liepmanns Booten und rudern die Elbe abwärts.

Eisschollen erschweren das ganze ebenso wie der Beschuss durch französische Soldaten. Beste Szene: Die Einschusslöcher des Fluchtbootes kann Drinkwater mit einer Hartwurst verschließen. Sie schaffen es bis Scharhörn. Dort werden sie von einen englischen Schiff entdeckt.

  • Was weiter geschah

Hortense stirbt bei dem – historisch verbürgten – Brand der habsburgischen Botschaft in Paris am 1. Juli 1810. Russland scheidet Ende 1810 aus der Kontinentalsperre aus. Frankreich antwortet mit Krieg. Manipulationen des Getreidepreises machen „Vater Goriot“ reich. Die Romanserie um Captain Drinkwater geht weiter und umfasst am Ende 14 Bände.

  • Bemerkungen

Es handelt sich um einen gradlinig geschriebenen Abenteuerroman. Dennoch ist er schwer zu lesen. Das liegt daran, dass sehr viel seemännisches Fachvokabular verwendet wird. Da streicht eine Landratte wie ich schnell mal die Segel.

Bitte schreibt mir eure Meinung zu dem neuen Kartenformat. Stepmap bietet große Vorteile bei überregionalen Karten, weil man die Karten individuell beschriften kann. In 9 von 10 Fällen ist das gut, aber es gibt Ausnahmen, wo ich auf Google-Maps zurückgreifen mag. Außerdem ist die stepmap-Karte fixiert. Bei Google kann man auf „view larger map“ klicken und so mit der Karte spielen. Bei Stadtplankarten von Stepmap kann man leider den einmal gewählten Bildausschnitt nicht mehr ändern. Deswegen entscheide ich von Fall zu fall, wo ich die Karte erstelle.