Cannstatt, Rangun, Mount Everest: Die Starfield-Company als Fortsetzungsroman

Heute mal was ganz anderes. Ein echtes Zuckerstückchen habe ich bei den alten Zeitungen gefunden.

Es geht um 3 Ausgaben der „Württemberger Illustrierten  Zeitung“ aus dem Jahr 1929. Es handelt sich jeweils um eine 8-seitige Beilage der „Württemberger Zeitung“. Übrigens waren die Bezieher der Illustrierten kostenlos unfallversichert.

Hauptsächlich sind Bilder drin, wie sie bis heute so ähnlich in jeder Wochenendbeilage einer Zeitung zu finden sind. Da sind Bilder aus aller Welt: Originelle Faschingskostüme einer Berliner Kunstschule, Festlichkeiten zur Kaiserkrönung in Japan, die neue 100-Meter-Sprungschanze in Johanngeorgenstadt, Eisstockschießen in St. Moritz, ein Flugzeug fliegt 150 Stunden lang ohne Unterbrechung. Eine Riesensalami von 2 Metern Länge und 63 cm Umfang an der dicksten Stelle. Ein englischer Rennwagen fuhr mit 370 km/h Weltrekord. Und da sind regionale Bilder aus dem Schwäbischen: Bilder aus Cannstatt, Kirchberg (Jagst), aus Vaihingen, Schwenningen und eine Fotoreprtage über den Cannstatter Travertin.

Aber ist da noch der Fortsetzungsroman, und der hat es in sich. „Die Starfield Company“ von Wilhelm Ley. Wie man lesen kann, galt der Roman als verschollen, und ist vor wenigen Jahren limitiert und teuer wieder aufgelegt worden. Drei Fortsetzungen – keine Ahnung wie viele es insgesamt gab – habe ich vor mir.

Die Geschichte spielt etwa im Jahr 1995. Einer der Protagonisten, Frank Daybor wurde 1941 geboren. Ort der Handlung ist Indien, die Drehscheibe des Luftverkehrs zwischen Europa und dem Fernen Osten. Es ist englische Kolonie, und ein hoch entwickeltes Land.

1. Folge: 

Ein Flugzeug überfliegt den Himalaya auf dem Weg von Krasnojarsk nach Rangoon. Drei Männer sind an Bord, es sind Direktoren von Flugzeuggesellschaften. Sie beschließen, ihre Gesellschaften zu fusionieren, um dem Flugzeug als Verkehrsmittel zum Durchbruch zu verhelfen. Ihre größten Konkurrenten, die Zeppelingesellschaften, haben sich bereits zur Starfield-Company zusammen geschlossen.

Nahe des Mount Everest stürzt das Flugzeug ab. Direkt vor dem Absturz begegnete einem mysteriösen Flugobjekt. Dieses Objekt hat keinen Propeller, nur eine Metallscheibe am Heck.

Der Flugplatz der Starfield-Company in Rangoon bekommt Besuch. Frank Daybor, der Präsident des Flugzeug-Konzerns trifft zu Verhandlungen ein. Er erfährt vom Verschwinden des Flugzeuges. Die Präsidentin von Starfield, die Inderin Cora Samdarava, schickt eine Suchexpedition los, Daybor kommt mit.

8. Folge: 

Inzwischen sind weitere Flugzeuge verschwunden. Cora besuchte den Dalai-Lama auf der Suche nach Informationen, vergeblich. Sie und Daybor lieben sich. Sie fliegen nach Mandale. Die Untererdbahn-Stromlinieneisenbahn bis Asgan wird eröffnet. Die Eröffnung ist sehr feierlich und wird ausführlich geschildert, mitsamt des Presserummels. Dumm nur: Die Untererdbahn entgleist auf ihrer Jungfernfahrt mit viel Getöse. Das ist ein Beweis dafür, dass Schienenverkehr längst als überholt gilt.

Ein Professor Hall fliegt nun in Coras Flugzeug mit. Er berichtet davon, dass er einen zweiten Erdtrabant entdeckt habe. Er war bislang nicht sichtbar, weil er immer an derselben Stelle und immer am Tageshimmel stehe. Der Mond wird nach seinem Entdecker Hallmond genannt.

10. Folge:

Eine ganze Flotte von Luftschiffen macht Jagd auf die mysteriösen Luftpiraten. Deren Schiffe haben die Fähigkeit, alles schmelzen zu lassen, was sich zwischen einem ihrer Schiffe und einer Bodenstation bewegt. Die Flotte kann die beiden Flaggschiffe der Piraten außer Gefecht setzen. Etliche Begleitschiffe aber konnten entkommen. Wieder mysteriös: Sie entkamen senkrecht nach oben in den Weltraum.

Cora findet heraus, dass die Luftpiraten in Wirklichkeit aus einem anderen Sonnensystem kommen, wo sie vor dessen Zerstörung fliehen konnten. Sie haben die Elektrizität unterjocht und können Nullpunktenergie in Wärme verwandeln. Das ist ihr Antrieb und gleichzeitig ihre Waffe. Ihre Basisstation ist der neu entdeckte Erdtrabant. Da die Luftpiraten jedes Flugzeug vom Himmel holen, steht ein großer Krieg bevor.

Leider, leider habe ich nur drei Ausgaben der Zeitung. Ich würde mich über weitere Textstellen sehr freuen.

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4 Gedanken zu “Cannstatt, Rangun, Mount Everest: Die Starfield-Company als Fortsetzungsroman

  1. Da fehlt dir aber vieles mittendrin. Hoffentlich findet sich noch was, aber bis jetzt sieht es ja nicht so aus. Antiquariat? Archive? Aber wahrscheinlich ist die Suche zu zeitaufwändig. Wenn du hier Suchmaschinen nicht ausgesperrt hast, liest vielleicht jemand von deiner Suche hier.

    Ich habe auch mal in einem alten Antiquariatsbuch ein Kalenderblättchen gefunden. Das ist eine richtige Entdeckung, so etwas wie ein Gruß aus einer vergangenen Welt.
    LG, Franka

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